IMG_8114Die letzte Woche war so schwer für mich, für uns. Ich habe eine liebe Nachbarin verloren.

Wir wohnen ja noch nicht lange hier in diesem Haus, aber Frau K. hat es uns so leicht gemacht, uns in der Nachbarschaft so daheim zu fühlen. Sie war eine agile und lebensfrohe, lustige und sehr aufgeschlossene rüstige Dame, die mal gut 15 Jahre jünger aussah als sie Jahre zählte. Die mit so viel Liebe und Geduld ihren schwerkranken Mann pflegte. Gleich an einem unserer ersten Tage hier kam sie rüber, um uns zu begrüssen. Sie stand mir mit Rat, Tat und Telefon beiseite, als ich mich ausschloss und Josie alleine drin war, wir beglückten uns gegenseitig mit frisch gebackenen Kuchen, hatten immer ein paar Eier, Milch oder Mehl für den anderen parat. Johannes war ihr großer Freund, er durfte öfters alleine zu ihr, sie spielte stundenlang Halma mit ihm. Und schenkte sehr großzügig Bonbons. Und in der Not kam sie sogar mal morgens um sieben vorbei als ich alleine mit den Kindern war und hat mir unter die Arme gegriffen.

Wir hatten eigentlich jeden Tag eine Art Kontakt, sei es ein Winken von Fenster-zu-Fenster, ein kleines Schwätzchen am Gartenzaun oder ein kleines Telefonat. Das Schönste war, dass wir uns gegenseitig immer wieder Aufbauendes gesagt haben. Sie (fast flüsternd): „Sie machen das SOOO gut mit ihren Kindern. Ich bewundere sie..“ Und ich: „Wenn ich mit 50 so aussehe wie sie mit 80, Frau K., dann bin ich aber stolz.“ Ein zartes Band der Freundschaft war da. Wir fühlten uns auf eine sehr angenehme Weise verbunden. Es tat so gut, ihr Licht im Wohnzimmer zu sehen.

Es ging alles so schnell. Der Krankenwagen vor der Türe. Ich rüber, um ihr beizustehen, falls was mit ihrem Mann wäre. Der Mann öffnet die Tür. Sie in den Wagen, ich helfe mit allem, was ich kann. Und doch, im Endeffekt ist nicht mehr zu helfen. Ohne nochmal das Bewußtsein zu erlangen, stirbt sie vier Tage später im Kreise ihrer lieben Familie. Wir haben stets ein Kerzchen für sie an.

Ich bin sehr betrübt und traurig. Sie wird mir fehlen. Den Kindern auch.

Der Tod. Wirft viele Fragen auf. Vor allem solche zum Leben. Denn nur das hat man selbst in der Hand. Nachdenkliche Zeit.

 

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2 Gedanken zu “

  1. was für wunderbare worte du hier gefunden hast! und damit etwas ganz kostbares beschreibst: zwischenmenschlichkeit. kleine liebevolle zeichen setzen im alltag, jetzt und hier. denn morgen könnte es zu spät sein. danke für’s erinnern.

    • Liebe Andrea. Ja. Solche Erlebnisse nah am Tod lassen einen doch sehr über das LEBEN an auch nachdenken…. Über das, was wirklich wichtig ist. Lg, isa

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